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Unser Posaunenchor besteht seit über 75 Jahren. Natürlich freut sich unser Posaunenchor über neue Bläserinnen und Bläser. Kommen Sie doch einfach am Freitagabend im Gemeindehaus vorbei. Falls Sie lernen möchten, ein Instrument zu spielen, fragen Sie einfach beim Chorleiter nach.

Chorleiter: Lisa Binder, Steinabühl, Tel.: 09831/3733.

Stellvertretende Chorleiterin: Maritta Gulden

Bisheriger Chorleiter: Herbert Binder

 

Posaunenchorehrungen

Posaunenchorehrung.JPG

 

 

Am 1. Advent wurden für ihren Bläserdienst im Posaunenchor Wald geehrt:

Maritta Gulden und Ortwin Kratz für 40 Jahre

und Stefan Raab für 25 Jahre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier sehen Sie unseren Posaunenchor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier sehen Sie unsere zuletzt ausgebildeten Jungbläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem noch Interessantes aus der Geschichte des Chores:

 

ERINNERUNGEN AN

50 JAHRE POSAUNENCHOR

(aus der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum)

 

In Streudorf wurde der Posaunenchor im Jahr 1921 von diesen Bläsern gegründet.

 

Im Herbst des Jahres 1946, dem 1. Nachkriegs-jahr das noch von Mangel und Entbehrungen ge-zeichnet war konnte durch die Initiative von Pfarrer Waldemar Schmidt ein neu neuer Posaunenchor ins Leben gerufen werden. Der am 14. August 1921 in Streudorf entstandene Chor musste mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges eine Tätigkeit einstellen.

Für die Mitwirkung im neuen Chor erklärten sich folgende jungen Männer bereit:

Fritz Kirchdörfer Streudorf, Karl Keim, Schweina, Heinrich Dölfel, Wald, Heinrich Zeilinger, Wald, Erich Herrmann, Unterhambach, Ernst Edel, Wald, Alfred Roth, Oberhambach, Hermann Beißer, Wald, Karl Nehmeier, Streudorf, Fritz Loy, Steinabühl, Karl Ortner, Sreudorf, Fritz Ringler, Streudorf.

Die Zahl der Mitwirkenden wäre sicher noch viel höher geworden, wäre sie nicht durch die vorhandenen Instrumente begrenzt worden. Dankenswerter Weise konnten alle Instrumente des früheren Chores verwendet werden,  die teils durch Übergang vom Vater auf den Sohn aber auch sonst bereitwillig zur Verfügung gestellt wurden. Einige weitere wurden von Diakon Heinrich Flohrer aus Gunzenhausen aus seinem Privatbesitz gestiftet. Zwischen Herrn Flohrer und Wald bestanden gute Beziehungen weil er den damaligen Orgelschüler Hans Herrmann unterrichtete und auch öfter als Aushilfsorganist in der Walder Kirche tätig war. Von zwei weiteren Bläsern ist bekannt dass sie die Trompete bzw. ein Tenorhorn gegen Futterkartoffeln und Honig erstanden haben. Die damalige Reichsmark wurde für solche Schätze als Zahlungsmittel nicht angenommen.

Nun konnte es also losgehen mit dem Proben. Die Anfangskenntnisse vermittelte uns Karl Nehmeier, sen., der schon im früheren Chor neben einem Herrn Menz aus Ansbach als Leiter tätig war. Als Übungsmaterial standen uns nur die handgeschriebenen Notenhefte unserer Vorgänger zur Verfügung. Weil aber der Schreiber dieser Noten (Herr Menz) ein altgedienter Militärmusiker war, hatte er die 1., 2. und die Tenorstimme in B geschrieben (Militärgriffe), das heißt einen Ton höher, 2 b weniger. Aber mit etwas Fleiß und Geduld war das bald kein Problem mehr.

Glücklicherweise gelang es Pfarrer Schmidt vom Verband Landesposaunenwart Georg Grosch für eine Bläserschulung in Wald zu gewinnen. So konnte der neue Chor am 30. April 1947 offiziell gegründet werden (auf dem Bild: Der Posaunenchor im Jahr 1949).

Vor der offiziellen Gründung haben wir schon an Ostern und bei der Konfirmation in der Kirche gespielt. Den Einzug der Konfirman-den konnten wir allerdings noch nicht begleiten, weil spielen und marschieren sich noch nicht vereinbaren ließen. Somit waren wir schon eingebunden in den Lauf des Kirchen-jahres.

Das Posaunenspiel bei Beerdigungen erwies sich schnell als würdige Umrahmung der Trauerfeiern, besonders zur Begleitung des Gemeindegesanges. Es war aber auch eine große Herausforderung für uns bis dann 1964 die Leichenhalle errichtet wurde und dann von dort aus der Einsatz begann. Vorher war es wie folgt geregelt:

Alle Beerdigungen begannen am Trauerhaus ob in Wald, Hambach oder Streudorf mit Liedbegleitung anschließend mit Musikeinlagen vor dem Leichenzug her in Richtung Wald. Für Beerdigungen aus Streudorf war dann Station zum „Absingen“ am Ortseingang von Mooskorb und für Unter- und Oberhambach im Bereich vom Kindergarten. Dort erwartete der Pfarrer mit der übrigen Gemeinde und dem Lehrer mit dem Schülerchor den Leichenzug. Nach dem Gesang der Schüler ging der Zug weiter zum Friedhof zur Beerdigung. Bei Verstorbenen die dem Kriegerverein angehörten ergab sich noch eine zusätzliche Aufgabe. Nach dem Trauergottesdienst in der Kirche zog der Kriegerverein unter Marschmusikbegleitung zum Vereinslokal Baumeister. Nach dem aber die Besetzung im Posaunenchor bei Beerdigungen unter der Woche durch die zunehmenden Arbeitsverhältnisse immer kleiner wurde und auch die Teilnahme von Vereinsseite aus zunehmend schwächer wurde, konnte diese Gepflogenheit nach einem einvernehmlichen Gespräch zwischen den Beteiligten aufgegeben werden. Übrigens fand dieser Abmarsch bei den übrigen Kirchenbesuchern nicht immer einhellige Zustimmung.

Nach dem anfänglichen Mangel an Bläserliteratur, was natürlich viel Arbeit mit abschreiben von Noten brachte, konnte nach der Währungsreform im Juni 1948 (Einführung der D-Mark) das Zahn-Choralbuch in ausreichender Anzahl angeschafft werden. Die in älteren Nachbarchören vorhandenen Kuhlobücher II III und IV, die viele Volkslieder und auch klassische Werke (Bach, Händel usw.) enthielten durften nicht mehr nachgedruckt werden, weil sie angeblich auch viele Vaterlands- und Soldatenlieder enthielten und deshalb von der damals noch über alles bestimmenden Militärregierung verboten wurden. Was uns total fehlte waren Choralvorspiele und vor allem Volkslieder bis dann die ersten Verbandsausgaben mit Sondernotenblättern für die Landesposaunentage und dann endlich die „Volkslieder für Posaunenchöre 1954“ erschienen. Nun folgte in immer schnellerer Folge Ausgabe auf Ausgabe bis zur heutigen Überschwemmung. Noch einige Gedanken zur Notenliteratur selbst. Während die alten Choralsätze rhythmisch gleichmäßig waren, konnten sie auch relativ leicht erlernt werden. Doch schon in der Choralbuchausgabe von 1961 fanden sich Liedsätze die einen „alten“ und gewissenhaften Bläser soweit empörten, dass er das neue Buch zum Wegwerfen wert fand. Dieser Trend hat sich natürlich fortgesetzt bis zu den heutigen Kompositionen bei denen oftmals schwierig zu unterscheiden ist ob falsch oder richtig gespielt wird. Es gibt aber auch schöne und gute Arrangements, das gilt besonders für Gospels und Spirituals. Doch sind auch die Anforderungen an die Bläser enorm gestiegen.

Natürlich darf auch ein Wort zu den Instrumenten bei dieser Rückschau nicht fehlen. Eines hatten sie alle gemeinsam: Sie waren alle sehr alt und abgewirtschaftet. Eine Lackierung wie sie heute selbstverständlich ist war noch unbekannt. So musste vor jedem Auftritt fleißig mit Sidol geputzt werden um nicht, womöglich allein, mit einer schmutzig gelben Posaune dazustehen.

Ich erinnere mich noch genau an einen Chorleiterlehrgang im Jan. 1948 in Neuendettelsau, der vom damaligen Landesobmann der Posaunenchöre in Bayern KMD Martin Schlee und Landesposaunenwart Georg Grosch geleitet wurde. Diese beiden Herren entnahmen ihre Flügelhörner aus feinen schwarzen Köfferchen, während ich meine Trompete in einem von Mutter genähten Sack transportierte. Bei allen anderen Bläsern in Wald war das nicht anders. Dass die Instrumente dadurch ständig der Gefahr von Beschädigungen ausgesetzt waren, ist klar und alle trugen davon ihre Spuren. Was für einen Posaunenchor auch heute noch uneingeschränkt wichtig ist, die wöchentliche Probe, ist in der Aufbauzeit Voraussetzung, dass überhaupt etwas brauchbares dabei herauskommt. Nachdem die Anfangs verwendeten handschriftlichen Noten durch die Zahn-Choralbücher ersetzt werden konnten wurden die Proben abwechselnd im Jugendzimmer im Pfarrhaus und reihum bei allen Bläsern abgehalten. Dabei entwickelte sich die Gepflogenheit, irgendwann einmal angefangen und langjährig weitergeführt, dass nach Schluss der Probe Kaffee und dazu extra neugebackene Nudel serviert wurde.

In den Chorproben im Jugendzimmer lernten wir natürlich auch die jeweiligen Pfarrer genauer kennen. Während Pfarrer Schmidt musikalisch nicht sehr dominant war und sich auf eine gewisse Oberaufsicht beschränkte, war der Nachfolger Borger ein musikalisches Talent, der auch die Orgel spielen konnte. Wir haben von ihm sehr viel gelernt. Aber er hat auch versucht in allen Bereichen Einfluss auf uns zu gewinnen. So hat er weitgehend das Programm bestimmt. Kleine Spenden die wir bei Geburtstagsständchen usw. bekamen lösten oft eine Verhandlung über deren Verwendung aus, bis eines schönen Abends ein für uns gestifteter Korb voller Striezel „hintergetragen“ und über die zufällig allein anwesende Pfarrmagd dem Pfarrer zur weiteren Verwendung übergeben wurde. (Dieser Vorgang machte natürlich eine mehr oder weniger angenehme Entschuldigung nötig, hat aber dem sonst sehr guten Verhältnis nicht geschadet.) Die weiteren geistlichen Herren Friedrich Eberle, Friedrich Schneider und auch Johannes Wagner nahmen von Anfang an den Dienst des Posaunenchores gerne an, wollten aber sonst keinen Einfluss ausüben.

Einer längeren Zeitspanne bedurfte es auch bis wir in der Kirche den geeignetsten Platz für den Posaunenchor gefunden haben. Es ist in der Walder Kirche unmöglich in der idealen Form (im Halbkreis vor dem Chorleiter) Aufstellung zu nehmen weil eben kein Platz dafür vorhanden ist. Die erste Variante bestand darin, bei jeder Vorstellung vor dem Altar aufstellen und wieder abziehen. Das war natürlich weder für uns noch für die Gemeinde eine gute Lösung. Danach spielten wir längere Zeit auf der Orgelempore, wo aber nur Platz für höchstens zehn Personen ist. Zudem ärgerte uns dort auch ein Kirchenbesucher weil er immer ganz kurz vor Beginn des Gottesdienstes sich bei uns durchzwängte und auch seinen Platz auf der Orgelempore beanspruchte, obwohl dafür überhaupt kein Grund bestand.

Nach einem weiteren Versuch im „Baronsstand“, der sich für den inzwischen größer gewordenen Chor als viel zu klein erwies, landeten wir schließlich auf der „Mühlseite“ und dabei wird es wohl auch bleiben.

Neben den Hauptaufgaben eines Posaunenchores in der eigenen Gemeinde wurden natürlich auch bald Kontakte zu Nachbarchören und zum Bezirk aufgebaut. Zum Bezirk Gunzenhausen (umfasst das Dekanatsgebiet) ist festzustellen, dass diesen erst Alfred Schmidt als solchen geschaffen hat. Die Vorgänger im Amt des Bezirkschorleiters waren, um eine Redewendung eines Walder Bläsers zu verwenden, kleine Lichtlein. Der Nachfolger steht noch vor dem Beginn seiner Karriere.

Bei vielen Bezirksposaunentagen und gemeinsamen Jubiläumsfeiern ergaben sich viele Möglichkeiten gegenseitigen Kennenlernens.

Besondere Höhepunkte waren auch die Besuche der Landesposaunentage wo mit Tausenden gemeinsam geblasen wurde. Das sind unvergessliche Eindrücke.

So waren wir 1951 in Bayreuth mit 2200 Bläsern, 1953 in Rothenburg mit 2500 Bläsern, 1955 in Regensburg mit 2700 Bläsern, 1957 in Gunzenhausen mit 3800 Bläsern, 1959 in München (Dt . Ev. Kirchentag) mit 4300 Bläsern, 1961 in Nürnberg mit 6000 Bläsern, 1963 in Hof mit 5000 Bläsern und 1966 in Passau mit 6000 Bläsern.

Nach Passau fanden diese Großveranstaltungen nicht mehr im 2-jährigen Turnus statt, weil durch die ständig ansteigende Teilnehmerzahl die Organisation immer schwieriger und die Platzfrage nahezu unlösbar wurde.

Von den „Großen Reisen“ gibt es einige Nebensächlichkeiten zu erzählen. Beim Besuch des Kirchentages, wo wir mit einem Sonderzug der dt. Bundesbahn nach München anreisten, wurde die Mittagsverpflegung (Eintopfgericht) in den Oktoberfestzelten, die zur Versorgung der Teilnehmer bereits im Sommer aufgestellt wurden, ausgegeben. Weil aber einige von uns glaubten, das darin enthaltene Fleisch als eines vom Pferd einschätzen zu müssen, kippten sie ihre Ration kurzerhand in die Mülltonne, um dann den restlichen Tag in sehr nüchternem Zustand zu verbringen. Den übrigen hat es, Pferdefleisch oder nicht, gut geschmeckt. Es sind auch keine nachträglichen Störungen bekannt geworden.

Beim Posaunentag in Nürnberg 1961, wo wir zum Festgottesdienst in der Sebalduskirche versammelt waren, passierte es, dass ein in unserer Nähe sitzender Bläser ganz sachte einschlief. Als er aber nach vorne zu kippen drohte, wurden die Sanitäter auf ihn aufmerksam und rückten sofort mit der Bahre an um den vermutlich kranken Mann abzutransportieren. Dieser, sofort hellwach lehnte jeden Rettungsversuch entschieden ab und konnte bis zum Ende keinen Schlaf mehr finden.

Landesposaunentage waren immer auf zwei Tage ausgerichtet: Samstag: Anreise, Anmeldung, Quartierbezug (Von Gemeindegliedern kostenlos gestellt); Sonntag: Morgenmusik, Gesamtprobe, Festgottesdienst, Festversammlung, Heimreise.

Beim Besuch des Posaunentages in Hof 1963 machten wir nach Erledigung der Formalitäten einen Abstecher nach Mödlareuth, einem Dorf an der DDR-Grenze das durch den „Eisernen Vorhang“ in einen östlichen und einen westlichen Teil zerschnitten war. Von einer kleinen Anhöhe aus konnte man in sicherer Entfernung über die 3 – 4 m hohe Grenzwand die DDR Grenzposten beobachten. Eine schreckliche Demonstration der deutschen Teilung, die um diese Zeit noch unüberwindbar schien.

Gut in Erinnerung sind auch noch zwei Ausflüge nach Neuhaus am Schliersee und Fischbachau wo Ernst Büller, ein Verwandter der Fam. Schuler in Steinabühl, als Pfarrer tätig war. Verbunden mit Abstechern nach Bayrischzell und zum Spitzingsee spielten wir im Gottesdienst und machten kleine Standkonzerte vor der Kirche. Die relativ kleinen Gemeinden nahmen das dankbar an und ein Gemeindebürger namens Freiherr Heinrich v. Portatius sah sich dazu bewogen uns eine Spende von DM 100.- zu überreichen.

Schon anfangs der 50-er Jahre, vielleicht inspiriert durch die Erzählungen von Karl Nehmeier, sen. von den Aktivitäten des früheren Chores, die schon Umzüge und Vereinsfeste mit Märschen und sonstiger weltlicher Musik begleiten konnten, lag uns der Gedanken nahe, es auch dieser Richtung zu versuchen. Karl Nehmeier erklärte sich bereit uns erste Anweisungen zu vermitteln und Notenmaterial, sowie eine Marschtrommel aus seinem alten Bestand zur Verfügung zu stellen und schon bei der Hochzeit von unserem Fritz Kirchdörfer im Hebst 1953 konnten wir den Hochzeitszug von Streudorf nach Wald und zurück begleiten. Es folgten bald weitere Auftritte bei Festzügen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen, wie es auch heute noch üblich ist. Auch alle weiteren Hochzeiten von Mitgliedern wurden kräftig mitgefeiert und erst mit den letzten Gästen der Heimweg angetreten.

 

 

So sah der Posau-nenchor Wald im Jahre 1973 aus.

 

 

 

Mit der Fertigstellung des Gemeindehauses im Nov.1977 ging für uns der lang gehegte Wunsch nach einem geeigneten Proben-raum endlich in Erfüllung. Zuvor waren wir ca. 20 Jahre lang wechselweise in den Wirtshäusern unserer beiden Mitglieder Fritz Kirchdörfer in Streudorf und Fritz Schübel in Schweina untergebracht, was natürlich nicht immer von den übrigen Gästen volle Zustimmung fand, zumal sich mit dem Bau des Altmühlsees auch immer mehr Urlauber bei uns einfanden. Doch hatten die Proben im Wirtshaus auch ihre schönen Seiten. Man war auch nach Schluss der Übungen noch eine Gemeinschaft, wobei sich auch immer einige Kartlerrunden, ob Tarock oder Schafkopf zusammenfanden. Nach einer Tarockrunde bei der ein Mitspieler seine 2 DM, die er als „ Leichtgeld“ ausgezahlt bekam, dabei verloren hatte, sah er sich zu dem unvergessenen Ausspruch veranlasst: Bei mir ist es jetzt halt so, wie wenn der G. nicht gestorben wäre. In dieser geselligen Atmosphäre wurde auch die Idee des alljährlichen gemütlichen Abends am Dienstag vor Buß- und Bettag geboren. Angefangen in den fünfziger Jahren mit Hammelbraten blieb er bis heute auch ganz genau termingemäß erhalten. Aber wir hatten unter den sonstigen Wirtshausgästen auch treue Fans, die scheinbar wegen uns kamen. So ist von einem Zeitgenossen aus der näheren Umgebung, der auch ein leidenschaftlicher Pferdeliebhaber war zu berichten, dass bei ihm nach dem Lied wohlauf Kameraden auf‘s Pferd auf ‘s Pferd“  sofort der Funke zur Stiftung einer Runde Bier übersprang. Dass Freibier damals wie heute nicht unbeliebt war, zeigte sich auch immer beim Besuch der Mörsacher Kirchweih (mit Musikeinlagen natürlich), nach der Probe bei unserem Karl Keim in Gothendorf. Durch den Umstand dass die Brauerei Gößwein auch Bierlieferant unseres Gastwirtes Fritz („Kastnerwert“) war kam hier kein Mangel auf. Dabei ist es auch vorgekommen, dass ein wild auf einem Stuhl fuchtelnder, „Gastdirigent,“ das Gleichgewicht verlor und unter die Wirtshausbank rollte. Nach einer anderen Dorfkirchweih, bei der ein Gast spätmorgens als „Mohr“ nach Hause kam, wurde (wahrscheinlich aber zu Unrecht) gemunkelt, dass welche vom Posaunenchor daran nicht ganz unschuldig gewesen wären. Ein schlimmer, aber unbegründeter Verdacht stand auch im Raum als nach einem, von einem Außenstehenden verursachten Zechgelage bei der Heimkehr ein weithin hörbarer Lärm entstand, der die Nachbarin zur Meinung kommen ließ, es wären wie üblich frühmorgens Schweine verladen worden, bei einer Rückfrage aber so informiert wurde, dass keine Schweine fort, sondern welche heimgekommen wären.

Doch nun endlich Schluss mit lustig, es sollen auch noch einige wichtige Ereignisse erwähnt werden. Ein einmaliger Höhepunkt war für uns der 1. August 1986 an dem der Altmühlsee seiner Bestimmung übergeben wurde. Als der bayerische Ministerpräsident F. J. Strauß am heutigen Bootsliegeplatz aus dem Polizeihubschrauber stieg, begrüßten wir ihn mit dem Frankenlied: „Wohlauf die Luft geht frisch und rein“. Bevor er nach dem Weiheakt, unter starkem Gedränge zur Überfahrt nach Muhr in ein Motorboot stieg, bekamen wir von ihm persönlich einen bayerischen Bierkrug überreicht.

Viele Jahre war es üblich dass vom Posaunenchor in der Silvesternacht abwechselnd in Wald oder Streudorf das Neue Jahr mit einigen Chorälen eingeleitet wurde. Leider wurde dieser gute Brauch wegen mangelnder Resonanz wieder aufgegeben. Nur in Unterhambach wird er von einer kleinen Gruppe noch aufrecht erhalten.

Aus dem Gründungsjahr 1947 sind leider keine Bilder vorhanden. Fotografieren konnte damals nur, wer schon eine Kamera aus der Vorkriegszeit besaß, eine zu kaufen gab es nicht. So stammen die ersten Aufnahmen aus dem Jahr 1948, wo wir erstmals auch den Zug der Konfirmanden vom Pfarrhaus zur Kirche begleiten konnten. Auf dem Bild fehlen schon die Gründungsmitglieder Heinrich Dölfel und Ernst Edel, neu dabei ist Hermann Riedel. Das Bild aus 1949, aufgenommen von H. Flohrer gegenüber der Kirche zeigt, dass sich die Bewegungen im Bläserkreis weiter fortsetzen. Ausgeschieden sind K. Nehmeier jun., Fr. Loy, A. Roth, und H. Zeilinger. Als neue Mitglieder erscheinen: Fritz Schübel, Schweina, Erich Schmidt, Wald, Karl Edel, Schweia, Erich Laux, Wald und Hans Binder, Steinabühl.

Durch die Ausbildung neuer Gruppen, die die Ausgeschiedenen wieder ersetzen, stellt sich der Chor beim 50-jährigen Jubiläum 1973 lt. Bild mit 18 Bläsern dar, wovon sechs mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet wurden.

Schmerzliche Verluste waren der frühe Tod von Hans Binder, verstorben am 10.09.1988 im Alter von 52 Jahren und von Horst Moninger, verstorben am 11.05.1993 im Alter von 45 Jahren. Ihnen gilt unser Dank für die treue Mitarbeit.

Ein Gutes Echo fand auch der 22. Gunzenhäuser Bezirksposaunentag der am 5.Juni 1994 im Pavillon am Altmühlsee unter der Gesamtleitung von Landesposaunenwart H.U. Nonnenmann stattfand und vom Walder Chor vorbereitet wurde. Leider hat die ganze Veranstaltung unter dem extrem nasskalten Wetter etwas gelitten.

Mit Ende des Jahres 1995 übernimmt Herbert Binder das Amt des Chorleiters. Mit einer Dankesurkunde und einem Präsent der Kirchengemeinde dankt Pfarrer Wagner dem Vorgänger Erich Herrmann für seine 36-jährige Tätigkeit.

Nun steht schon das 75-jährige Jubiläum zur Vorbereitung an. Zunächst wird mit einer neuen Gruppe von 10 interessierten Jungen und Mädchen mit der Bläserausbildung begonnen. Unsere Nachbarn aus Stetten waren gerne bereit bei unserer Jubiläumsfeier mitzuwirken. So konnte nach vielen gemeinsamen Proben am 7./8. Juni 1997, diesmal bei angenehmen Wetter das Fest mit der zahlreichen Gemeinde begangen werden. Bei der Bläserserenade war erstmals die Jugendgruppe zu hören. Im Rahmen dieses Abends verabschiedet sich Karl Keim mit einem humorvollen Vortrag vom Posaunenchor. Am Sonntag werden für 50-jährige aktive Mitarbeit Karl Keim und Erich Herrmann und für 25 Jahre Erika Schuler Dank und Anerkennung ausgesprochen und Urkunden verliehen.

Im gleichen Jahr feiert auch die Kriegerkameradschaft Wald das 100-jährige Bestehen und der Heimatverein Wald-Streudorf das 25-jährige Jubiläum. Bei beiden Festen wurde die Mitwirkung des Posaunenchores gerne angenommen. Mit diesen Berichten aus dem Jahr 1997 sollen diese Erinnerungen beendet sein.

Ein altes Sprichwort sagt: „Gott gab dir dein Gesicht aber lächeln musst du selbst.“

Das kann man abwandeln und sagen: Gott gab dir den Verstand und die Luft und die Lippen, aber das Instrument blasen musst du selbst.

Hoffentlich erkennen das immer so viele Leute wie man zur Erhaltung eines Posaunenchores braucht.

März, im Jahr 2003